Blogartikel

LUCIE - Blogartikel - Wirtschaftlichkeit

Header Standard

Wirtschaftlichkeit

Immer wieder wer­den wir gefragt: Lohnen sich denn die hohen Investi­tio­nen in das LUCIE-Sys­tem? Natür­lich wollen und wer­den wir nicht ein­fach ins Blaue hinein pla­nen und bauen. 

Die Grund­lage für die Wirtschaftlichkeit ist eine umfassende Kosten-Nutzen-Analyse, die alle rel­e­van­ten Fak­toren berück­sichtigt. Diese Analyse liefert damit eine belast­bare Grund­lage für die Entschei­dung.

Die Ergeb­nisse der Nutzen-Kosten-Analyse

Die Ergeb­nisse der Nutzen-Kosten-Analyse für die geplante Stadt­bahn LUCIE liegen vor: sie zeigen, dass die geprüften Vari­anten einen Nutzen-Kosten-Indika­tor (NKI) von über 1,0 erre­ichen und damit die Förder­vo­raus­set­zun­gen von Bund und Land erfüllen. Zudem berück­sichtigt die Nutzen-Kosten-Analyse mögliche Kosten­steigerun­gen.

Wie kommt der Nutzen-Kosten-Fak­tor zus­tande, wie aus­sagekräftig ist er und wie ist der Nutzen-Kosten-Fak­tor der geprüften Vari­anten einzuord­nen?  

Der NKI fasst alle ermit­tel­ten Nutzen und Kosten eines Pro­jek­ts in ein­er Kenn­zahl zusam­men. In die Berech­nung des NKI fließen zahlre­iche Maßstäbe ein wie die Betra­ch­tung der Infra­struk­tur, die Art des Betriebs und die Auswirkun­gen auf den Verkehr. Der Nach­weis der Förder­würdigkeit für För­der­mit­tel aus dem Gemein­de­v­erkehrs­fi­nanzierungs­ge­setz (GVFG) erfol­gt mit dem Ver­fahren der Stan­dar­d­isierten Bew­er­tung, die auch Nutzen-Kosten-Analyse genan­nt wird. Alle paar Jahre gibt es eine Fortschrei­bung des Ver­fahrens, die sich­er­stellt, dass die Bew­er­tung stets den aktuellen Stand der Wis­senschaft und der gesellschaftlichen Wertevorstel­lun­gen abbildet. So wur­den bei der let­zten Fortschrei­bung 2022 zum Beispiel The­men wie Kohlen­diox­id-Emis­sio­nen, alter­na­tive Antriebe, die Inanspruch­nahme von Verkehrs­flächen oder die Erre­ich­barkeit ländlich­er Räume im Ver­fahren stärk­er berück­sichtigt.

„Bew­er­tung erfol­gt stets nach gle­ichen Maßstäben“

„Ein Nutzen-Kosten-Indika­tor von über 1,0 belegt, dass die Maß­nahme volk­swirtschaftlich sin­nvoll ist. Die Summe der Nutzen ist höher als die Kosten und damit ist die Maß­nahme grund­sät­zlich förder­fähig“, erk­lärt Ste­fan Tritschler, Geschäfts­führer des Verkehr­swis­senschaftlichen Insti­tuts Stuttgart GmbH. „Die Nutzen-Kosten-Analyse für die Stadt­bahn LUCIE berück­sichtigt die Vor­gaben des Bun­desverkehrsmin­is­teri­ums für die Bew­er­tung von ÖPNV-Vorhaben. Diese Vor­gaben beruhen auf dem aktuellen Stand der Verkehr­swis­senschaft und geben die Schritte ein­er Bew­er­tung detail­liert vor. Dadurch ist sichergestellt, dass die Bew­er­tung stets nach gle­ichen Maßstäben erfol­gt – egal, wer die Maß­nahme umset­zt oder welche Inge­nieur­büros die Pla­nung und Bew­er­tung übernehmen“, so Ste­fan Tritschler.

Kosten­steigerun­gen sind in der Nutzen-Kosten-Analyse bere­its berück­sichtigt

Bei der Ermit­tlung des Nutzen-Kosten-Indika­tors wer­den zudem Kosten­steigerun­gen einkalkuliert. Dazu sagt Max Bohnet vom Gutachter­büro Gertz Gutsche Rüme­napp Stad­ten­twick­lung und Mobil­ität GbR : „Ein Risikop­uffer von min­destens 20 Prozent für unvorherse­hbare Kosten­steigerun­gen ist in der Nutzen-Kosten-Unter­suchung bere­its berück­sichtigt.“

Nutzen-Kosten-Fak­tor der geprüften Vari­anten liegt über 1,0

Für den Vor­lauf­be­trieb zwis­chen Mark­grönin­gen und dem Lud­wigs­burg­er Bahn­hof (Gleis 6) liegt der NKI bei 1,1. Die Alter­na­tiv­trasse, die beim Stell­w­erk auf die Schlachthof­s­traße auss­chleift und zum Wes­t­aus­gang des Lud­wigs­burg­er Bahn­hofs führt, erzielt mit 1,6 einen deut­lich höheren Wert. Im Gesamt­netz mit den Verbindun­gen nach Schwieberdin­gen, Oßweil und Pat­tonville erhöht sich der NKI mit der Alter­na­tiv­trasse von 1,0 auf 1,2. Zum Ver­gle­ich: Bei der Region­al­stadt­bahn Neckar-Alb wur­den NKI-Werte für die Innen­stadt­strecke von Reut­lin­gen ermit­telt, die für die disku­tierten Vari­anten zwis­chen 1,0 und 1,2 liegen.

Werte in der üblichen Span­nweite für der­ar­tige Pro­jek­te

„Die Werte rang­ieren in der üblichen Span­nweite für der­ar­tige Pro­jek­te. Die Vari­ante für die Reak­tivierung Lud­wigs­burg – Mark­grönin­gen mit Auss­chlei­fung beim Stell­w­erk nach Bahn­hof West schnei­det mit einem NKI von 1,6 über­durch­schnit­tlich im Ver­gle­ich zu anderen Reak­tivierung­spro­jek­ten im Land ab. Die Vari­ante mit Ein­fahrt in den Bahn­hof hinge­gen schnei­det im Ver­gle­ich mit 1,1 eher unter­durch­schnit­tlich ab. Grund­sät­zlich lässt sich fes­thal­ten, dass es für die Förderung nach dem GVFG uner­he­blich ist, ob der NKI 1,1 oder 1,6 ist. Der Nach­weis der Wirtschaftlichkeit ist mit einem Wert sta­bil über 1,0 gegeben“, so das Min­is­teri­um für Verkehr Baden-Würt­tem­berg.

Pos­i­tive Auswirkun­gen auf den Verkehr

Prog­nosen zeigen, dass bere­its in der ersten Aus­baustufe täglich rund 8.000 Fahrgäste mit LUCIE unter­wegs sein wer­den. Das entspricht ein­er Ver­lagerung von jährlich etwa 6,5 Mil­lio­nen Pkw-Kilo­me­tern auf die Schiene. Damit ver­bun­den sind Einsparun­gen von rund 420.000 Stun­den Reisezeit pro Jahr.

Michael Ilk, Geschäfts­führer des Zweck­ver­ban­des Stadt­bahn im Land­kreis Lud­wigs­burg: „Durch die Wahl der richti­gen Trassenal­ter­na­tive kön­nen wir bere­its in der ersten Aus­baustufe knapp 8.000 Fahrgäste pro Tag erre­ichen. Diese Zahl ist für mich neben dem Nutzen-Kosten-Ver­hält­nis beson­ders wichtig – zeigt sie doch ein­drucksvoll, dass der Bedarf an einem neuen Verkehrsmit­tel beste­ht.“  

Cookie Consent Banner von Real Cookie Banner